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Hallo, herzlich willkommen auf meiner homepage zum Thema (Kuh-) Milchunverträglichkeit. Es geht besonders um die Unverträglichkeit von Kuhmilchprodukten bei gestillten Kindern, also um die Weitergabe bestimmter Milcheiweiße über die Muttermilch.
Viele Babys leiden unter sogenannten Dreimonatskoliken, auch gestillte Kinder wie meine beiden (siehe 4. So war es bei uns). Da ich die stundenlangen Schreikrämpfe meiner Tochter Fenja nicht einfach hinnehmen wollte und konnte (nach dem Motto „nach drei Monaten ist es ja vorbei, das geht vielen so“), suchte ich neben verschiedenen Beruhigungsmethoden lange nach dem Grund für ihre Beschwerden. Und fand ihn, indem ich meine Ernährung als stillende Mutter radikal umstellte. Sämtliche Lebensmittel, in denen in irgendeiner Art und Weise Kuhmilch enthalten war, strich ich von meinem Speiseplan. Und seitdem gehörten Schreistunden der Vergangenheit an.
Nun, zwei Jahre später, geht es unserem Sohn Taavi genauso. Auch er verträgt keine Kuhmilchprodukte über die Muttermilch. Immer noch ist diese Unverträglichkeit bei gestillten Kindern relativ unbekannt, denn wissenschaftliche Nachweise scheint es kaum zu geben.

Um Kontakt zu Müttern zu bekommen, die ähnliche Erfahrungen mit ihrem Baby gemacht haben oder die Möglichkeit einer solchen Unverträglichkeit in Betracht ziehen, habe ich diese homepage eingerichtet. Ich freue mich sehr auf Erfahrungsberichte. Mich würde auch interessieren, was Eure Hebammen und Kinderärzte zu dem Thema sagen. Von wem bekommt Ihr Tipps? Apropos... ich habe vor, demnächst einige Kochtipps und Rezepte einzustellen. Vielleicht können wir uns auch diesbezüglich austauschen. Nutzt mein Gästebuch oder schreibt mir eine E-Mail.
Ich freue mich!




Folgendes findest du auf dieser Seite:

1. Symptome bei Kindern
2. Die wichtigsten Allergene der Kuhmilch
3. Weniger allergene Kuhmilchprodukte
4. So war es bei uns
5. Literaturtipps und Links
6. Sonstiges
7. Aktuell

Ich versuche regelmäßig die website zu erweitern!




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1. SYMPTOME BEI KINDERN

Es gibt verschiedene Symptome der Kuhmilchunverträglichkeit. Die folgenden Zahlen stammen aus dem Buch „Gut leben trotz Nahrungsmittelallegie“ (siehe 5. Literaturtipps). Sie geben die Häufigkeit der Symptome bei Kindern an.

- Magen-Darm-Trakt ca. 68 %
- Haut ca. 35 %
- Atemwege ca. 17 %


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2. DIE WICHTIGSTEN ALLERGENE DER KUHMILCH

Etwa 25 verschiedene Eiweiße aus der Kuhmilch sind bekannt, gegen die eine Allergie bestehen kann. Häufig reagiert man jedoch nur auf ein bestimmtes Eiweiß. Wenn man dieses herausfindet, hilft das sehr bei der Nahrungsmittelauswahl. Gut ist es auch, wenn man weiß, wie hitzelabil dieses Protein ist. Denn dann kann die allergene Wirkung möglicherweise durch Kochen stark gesenkt werden.

Folgende Eiweiße der Kuhmilch gelten als besonders allergen. In Klammern steht, zu wie viel Prozent sie in der Milch enthalten sind und wie hitzelabil das jeweilige Protein ist. Die Auflistung stammt aus dem Buch „Gut leben trotz Nahrungsmittelallergie“ (siehe 5. Literaturtipps).

- Kasein (30-50 %, relativ hitzestabil)
- Beta-Lactoglobolin (62-80 %, relativ hitzestabil)
- Alpha-Lactalbumin (ca.56 %, teilweise hitzestabil)
- Bovin-Serum-Albumin (ca.52 %, hitzelabil)


Meine beiden Kinder vertragen (bzw. vertrugen) wahrscheinlich das Beta-Lactoglobulin nicht. Dieses hat den höchsten Anteil in der Kuhmilch. Ziegen- und Schafskäse verträgt Taavi über die Muttermilch gut, darin ist besonders Kasein enthalten. H-Milch verträgt Taavi auch sehr gut, denn die ist ja ultrahocherhitzt, und ich benutze sie beim Kochen.


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3. WENIGER ALLERGENE KUHMILCHPRODUKTE

Nicht jeder mit einer Unverträglichkeit muss auf alles verzichten.

Nach entsprechender Lektüre (siehe Literaturtipps – folgt) probierte ich bei Taavi weniger allergene Kuhmilchprodukte aus. Dabei war wichtig zu wissen, dass die Bestandteile der Nahrung erst circa vier Stunden nach der Aufnahme in der Muttermilch vorhanden sind. Und eine Stunde nach dem Beginn von Babys Mahlzeit macht sich dann eine (Un-)Verträglichkeit bemerkbar. Außerdem sollte man ein neues Nahrungsmittel immer erst nach anderthalb bis zwei Tagen ausprobieren. Denn so lange kann die Wirkung des anderen noch anhalten.

Ich habe bisher bei Taavi folgende Produkte getestet: Butter, Sahne (gekocht), Schnittkäse und H-Milch (gekocht). Der Käse ging gar nicht! (gilt allerdings auch nicht alles wenig allergen, hab nicht so genau gelesen) Anderthalb Tage lang gab´s doll Bauchschmerzen. Die anderen drei Sachen verträgt Taavi sehr gut. Vor allem die H-Milch ist natürlich beim Kochen eine große Hilfe. Als nächstes werde ich Frischkäse ausprobieren. Ich achte zudem darauf, dass am entsprechenden Tag nicht sehr viel Aufregendes passiert. Denn natürlich schreien Kinder dann auch, und der Grund lässt sich nicht mehr ganz so gut feststellen.

Außerdem gelten folgende Kuhmilchprodukte als wenig allergen:
- Frischkäse
- Streichkäse
- Molkeprodukte
- Dosenmilch


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4. SO WAR ES BEI UNS


„Sie schläft viel und isst sehr viel“ So hatte ich es auf die Karten zu Fenjas Geburt geschrieben. So war es auch – die ersten zwei Wochen. Was für ein schönes Leben für uns alle! Aber dann ging es los.

STUNDENLANGES SCHREIEN

Fenja begann zu schreien. Am Spätnachmittag fing sie an. Es war klar, sie musste ziemliche Schmerzen haben. Stundenlang (drei, vier Stunden) schrie sie, nur von Mini-Nickerchen unterbrochen, wahrscheinlich vor Erschöpfung. Regelrecht heiser schrie sie sich, das arme Würstchen. Und sie weinte, zwei Wochen alt und weinte echte Tränen. Wir trugen Fenja, schaukelten sie, hielten sie so und so, sangen. Ich bot ihr die Brust an, sie nahm sie nicht, sondern schrie weiter.

WAS NUN?

Abends wussten wir uns keinen Rat mehr, die Nerven lagen blank. Wir riefen unsere Hebamme Steffi an. (An dieser Stelle mal ein großer Dank an Steffi, die immer für uns da war und uns in dieser schwierigen Zeit toll unterstützt hat!) Sie gab uns als erstes den Tipp, nicht zu viel verschiedene Beruhigungsmethoden zu testen, sie würden Fenja nur weiter irritieren. Ob sie vielleicht doch Hunger hätte? Wenn Babys so doll Schmerzen haben und schreien, würden sie sozusagen zu durcheinander sein, um an der Brust zu saugen. Ich sollte es noch mal probieren und Fenja dabei ein bisschen „helfen“. Außerdem hätte sie homöophatische Kügelchen, die könnten wir mal ausprobieren. René, mein Mann fuhr los, sie zu holen. Ich nahm Fenja an die Brust und war ein bisschen hartnäckig. Es half, sie trank! Und schlief danach erschöpft ein (Und wir auch). Sie schlief mehrere Stunden am Stück. Ich nicht, denn meine Brüste wollten gelehrt werden.

VERZWEIFLUNG

Am nächsten Tag begann Fenja schon eher mit dem Schreien, in der gleichen Intensität. Dass es an Bauschmerzen lag, war uns schnell klar. Denn Fenja krümmte sich und überstreckte den Kopf. Irgendwann mal kam mit einer Wucht etwas in ihre Windel. Und für kurze Zeit (wenige Minuten) war sie ruhig. Dann begann sie erneut zu schreien. Wir hielten uns an Steffis Ratschläge, gaben die Kügelchen. Nichts half. In meiner Erinnerung war Fenja wirklich nur zufrieden, wenn sie an der Brust lag, bzw. trank! Aber das tat sie nur alle paar Stunden. Als Beruhigung nahm sie die Brust kaum. Wir (und vor allem ich) waren total verzweifelt. Und das war auch noch nicht alles. Es klingelte und die Polizei stand vor der Tür. Nachbarn hätten sie gerufen, weil sie sich Sorgen machten. Vielleicht würde ja unser Baby misshandelt oder müsste hungern. Ich war ziemlich fertig. Und Fenja sowieso.

WORAN LIEGT`S?

Am nächsten Morgen kam Steffi zu uns nach Hause, ließ sich alles nochmals genau schildern. Wann schreit sie, wie schreit sie, wie sieht der Kopf dabei aus, wie ist die Verdauung... Ob ich viel Milch trinke, fragte Steffi. Ich solle das mal probehalber reduzieren. Machte ich, und hatte auch den Eindruck, es würde ein klein wenig helfen. Aber eben nur ein klein wenig! Ich ließ auch noch den Joghurt weg für ein, zwei Tage, merkte aber kaum Besserung. Also aß ich wieder Joghurt, auf pure Milch verzichtete ich weiterhin.

TRAGEN, TRAGEN, TRAGEN

Steffi probierte noch die saniosacrale (?) Therapie, die Fenja in dem Moment auch gut tat. Weiterhin bekam sie die Kügelchen und wurde getragen, getragen, getragen. Tagsüber schlief sie gar nicht mehr in ihrer Wiege, nur noch im Tragesack. Kaum legte ich sie raus, begann sie zu schreien. Im Kinderwagen schlief sie auch nur äußerst selten, höchstens direkt nach dem Stillen. Nuckel/Schnuller lehnte sie ab. Sie schrie und schlief meist vor Erschöpfung ein oder mal an der Brust. Nachts schlief sie mehrere Stunden am Stück, weil sie vollkommen fertig war.

ALS NICHTS MEHR GING –
DIE LÖSUNG

Als sie genau drei Monate alt war, passierte es. Pünktlich zum Wochenende bekam René, mein Mann, einen Hexenschuss und konnte sich nicht bewegen, geschweige denn die schreiende Fenja umhertragen. Mein Rücken und meine Nerven waren am Ende. Ich dachte noch mal ausführlich über mögliche Ursachen (nicht Symptombekämpfung!) von Koliken nach. Und entschloss mich zu einem „Radikalversuch“.
Ich strich sämtliche Nahrungsmittel, in denen Kuhmilch enthalten war, von meinem Speiseplan. Ich war erstaunt, wie viele Sachen das betrifft. Vor allem das (Magermilch)pulver ist sehr häufig, z.B. in Keksen, enthalten. Auch der „Spinat mit Blubb“ musste beispielsweise im Gefrierschrank bleiben. Zeitgleich stieg ich auf Soja um. Fenjas Bauchschmerzen besserten sich innerhalb weniger Stunden merklich! Dennoch: Jeweils eine Stunde nach den Mahlzeiten schrie sie noch, zwar weniger, dennoch ließ ich vorsichtshalber nach zwei Tagen die ebenfalls allergene Sojamilch weg. Und siehe da.... die Koliken waren wie weggeblasen. Am ersten Vormittag ohne Kuh- und Sojamilch(produkte) zuckte sie noch kurz im Kinderwagen, eine Stunde nach dem Stillen, und ... schlief wieder ein! Seitdem waren Koliken kein Thema mehr, höchstens etwas Unwohlsein, wenn wahrscheinlich Luft im Bauch war. Ich war glücklich, Fenja war glücklich und ihr Papa auch.
Allerdings war der damals noch nicht vollkommen von einer Kuhmilchunverträglichkeit über die Muttermilch überzeugt (ist halt Wissenschaftler, und ich konnte ihm keinen wissenschaftlichen Beweis liefern ;-)). Außerdem waren gerade die ersten drei Lebensmonate vorbei. Aber auch er war froh, dass es ihr nun gut ging.

FENJAS BRUDER TAAVI

An Fenjas zweitem Geburtstag kam ihr Bruder Taavi zur Welt. Bereits in der zweiten Nacht bekam auch er Blähungen, schrie und ließ sich kaum beruhigen. Am nächsten Tag verzichtete ich wieder auf sämtliche Kuhmilch(produkte), und es ging ihm gut. Inzwischen hatte ich mich mit dem Thema Milchunverträglichkeit befasst und probierte nacheinander bestimmte Milchprodukte, von denen Taavi auch einige verträgt. (Siehe 3. Weniger allergene Kuhmilchprodukte) Übrigens: auch mein Mann glaubt inzwischen an keinen Zufall mehr.

HEUTE

Taavi blieb also im Grunde von Koliken verschont. Selbstverständlich hat auch er ab und an Verdauungsprobleme, bzw. Luft im Bauch. Dann „meckert“ er, schreit auch mal, lässt sich aber an der Brust oder im Tragesack schnell beruhigen. Ich bin froh, dass es ihm gut geht und nehme als stillende Mutter dafür gern eine Diät in Kauf. (Ziegenkäse kann übrigens auch hervorragend schmecken)

Fenja verträgt seit spätestens ihrem ersten Geburtstag Milchprodukte. Es wurde ein Bluttest gemacht, und ich begann vorsichtig und nacheinander wieder Milchprodukte zu mir zu nehmen (Ich stillte Fenja, bis sie 14 Monate alt war). Heute isst sie gern Käse, Quark und Joghurt. Milch an sich mag sie allerdings nicht.


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5. LITERATURTIPPS

Selbst gelesen und für gut befunden ;-)

- Nora Kirchner „Eiweißallergie“ (mit über 150 Rezepten)
- Nora Kirchner „Milchallergie und Laktoseintoleranz“ (mit Rezepten und Einkaufshilfen)
- Dr. med. Claudia Thiel „Gut leben trotz Nahrungsmittelallergie“
- Katalyse „Kinderernährung“ (Unverträglichkeiten zwar kein Thema, dennoch super)
- Helma Danner „Das Bio-Kochbuch für Kinder“ (mit Tipps für Allergiker)


Tipps von Euch

- Beate Schmitt „Ohne Milch und Ei“


LINKS

http://www.elpos.ch/milch.html
http://www.ever.ch/nm_allergie.htm
http://www.ernaehrung.de/tipps/nahrungsmittelallergien/allergie13.htm


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6. SONSTIGES

Außer den Milchprodukten verträgt Taavi das Backtriebmittel Natriumhydrogencarbonat nicht. Auch davon bekommt er Blähungen. Es wird u.a. verwendet in Fertigsuppen/ -soßen und Gebäck, z.B. in Amerikanern, Lebkuchen ... aber auch salzigem Knabberzeug. Mein Tipp: Selber backen, dann weiß man wenigstens, was drin ist.


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7. AKTUELL

Seit Mai 2006, nach einem entsprechenden Test (die Mutter-Kind-Kur stand an) bekommt Taavi Kuhmilchprodukte, anfangs über Muttermilch. Und er verträgt sie auch!!! Welch eine Erleichterung :-)
Im April diesen Jahres habe ich ihn abgestillt. Anfangs mochte er keinen Quark, Joghurt, Grießbrei... Inzwischen ißt er auch schon mal ganz gerne Frischkäse, Milchreis, Joghurt u.a. Aber immer noch keinen Schnittkäse, und Milch an sich ist auch nicht so der Renner. Aber im Grunde ist alles normal. WIR HABEN`S GESCHAFFT!

Auch Euch allen viel Glück und Erfolg. Bin gerne weiterhin für Euch da, wenn Ihr Fragen habt!


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Stand: 04.06.2007


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